19. Februar 2011:

Fachkundige Informationen zur Jostenkapelle


Eine ansehnliche Schar interessierter Bürgerinnen und Bürger folgte an diesem sonnigen Samstagmorgen der Einladung zur Information der geplanten Innenrestauration der wertvollen Kapelle am alten Pilgerweg. Kirchenrat und Baukommissionspräsident René Steinhardt freute sich über das grosse Interesse und die Anwesenheit der fachkundigen Referenten von der kantonalen und eidgenössischen Denkmalpflege sowie des leitenden Architekten.

Architekt Toni Schnellmann streifte im ersten Teil dann auch unterhaltsam die wechselvolle Geschichte unserer Jostenkapelle von 1360 bis zum heutigen Tag und man spürte, dass er nicht nur beruflich, sondern auch privat viel Herzblut in das geplante Projekt investiert.
Anschliessend orientierte der Baukommissionspräsident über die wesentlichen Änderungen, die in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege bisher erarbeitet wurden. So wird das 1942 angebrachte Holzgitter im hinteren Teil entfernt, um den Raum wieder in seiner Gesamtheit wirken zu lassen; das Chorgestühl auf die Empore hinter der Orgel versetzt; das Podest beim Hauptaltar entfernt und die Altarplatte auf die frühere Breite angepasst. Auch der zurzeit etwas unruhig wirkende Steinboden wird neu verlegt und die unbequem knorrigen Kirchenbänke werden benutzerfreundlich restauriert. Dazu hatte der einheimische Schreinermeister Helmut Weber extra einen „Prototyp“ erstellt, den die anwesenden Besucher mit Wohlwollen testeten.  

Lic. phil. Markus Bamert von der kantonalen Denkmalpflege hob in seinen Ausführungen die nationale Bedeutung unseres kostbaren Kleinodes hervor, was uns Galgener mit Stolz erfüllen darf. Aufgrund dieser Tatsache dürften auch etwas höhere Subventionen fliessen.
Er erklärte auch die diversen Restaurationen, die im Laufe der Jahrhunderte mehr oder weniger fachgerecht ausgeführt wurden. Fenster und Bilderzyklen wurden freigelegt, so dass nun verschiedene Zeiten und Epochen sichtbar sind. Eine intensive Zeit der Abklärung hat leider zu einem erschreckenden Resultat über die Qualität der Wandbilder geführt und es gilt nun, die besten Fachleute für die Rettung der einzigartigen Wandmalereien zu engagieren.
Ähnliches gilt auch für die beiden Altäre, insbesondere für den „Hegner“-Altar mit den drehbaren Flügeln, dessen Holzschicht mit besonderer Sorgfalt und Fachkenntnis erneuert werden muss. Die bereits vorrestaurierte „hl. Luzia“ zeigte eindrücklich das zu erwartende Endergebnis.

Auch Dr. Hans Rutishauser von der eidgenössischen Denkmalpflege äusserte sich ergänzend und humorvoll zur geplanten anspruchsvollen Restauration. Insbesondere erwähnte er die Restaurationen im vergangenen Jahrhundert mit den damals bekannten grossen Namen und seine Ausführungen über den Umgang mit Goldfiguren entlockten den Anwesenden ein herzhaftes Lachen. Die grössten Feinde von Kunstdenkmälern seien Klima, Feuchtigkeit und Sonneneinwirkung und diese hätten beim „Jost“ doch noch nicht so arg zugesetzt. Es gelte nun in enger Zusammenarbeit mit Bauherrschaft, Architekt, Handwerker und Denkmalpflege Schritt für Schritt das anspruchsvolle Ziel der Rückführung in einer erfolgreichen Innenrestauration zu erreichen.

Abschliessend dankte René Steinhardt allen Referenten und anwesenden interessierten Bürgerinnen und Bürger und bat alle,  an der ausserordentlichen Kirchgemeindeversammlung vom 21. März 2011 um ein überzeugtes „Ja“ zur Restauration der Jostenkapelle. (Rü)




Der Baukomissionspräsident begrüsst die Besucher in der kühlen Jostenkapelle



Die Sitzprobe ist wesentlich angenehmer als in früheren Zeiten.



Betrachtung von oben verschafft einen guten Gesamtüberblick.



Denkmalpfleger Markus Bamert zeigt wo's lang geht.



Der Architekt konnte viele Fragen kompetent beantworten.