21. April 2012:

Innenrestaurierung der Jostenkapelle flott unterwegs

Baukommissionspräsident René Steinhardt konnte an diesem Samstagvormittag einmal mehr eine ansehnliche Schar interessierter Jostenfreunde zur Information über den Stand der Restaurationsarbeiten begrüssen. So unter anderen Gemeindepräsidentin Margrith Hegner mit ihren Kollegen Werner Nussbaumer und Ernst Züger, Nationalrat Pirmin Schwander als Vertreter des Patronatskomitees sowie Bruno Hegner, Präsident der Genossame Galgenen. Ebenso stand die gesamte Baukommission für weitere Fragen aus der Gästeschar zur Verfügung.


Eingangs wies René Steinhardt auf die augenfälligsten abgeschlossenen Arbeiten hin. So wurden die Chorstühle entfernt und an der Westwand auf der Empore platziert. Ebenso wurde das Holzgitter im hinteren Drittel, das der Sicherheit diente, abmontiert und lässt nun die Kapelle offener und grosszügiger erscheinen. Das gesamte Sicherheitsdispositiv wird dann mit zeitgemässeren Mitteln erreicht.
Der von Roland Steinhardt bereits verlegte Plattenboden wirkt nun einheitlich und ruhig und fand allseits Wohlgefallen. Die noch vorhandenen alten Tonplatten konnten aufgrund der zu verschiedenen Formen nicht mehr eingesetzt werden. Auch der Holzboden unter den Bankreihen wurde durch die Schreinerei Helmut Weber erfolgreich saniert. Hierzu gab auch Architekt Toni Schnellmann in seinen Ausführungen noch ein paar Erläuterungen. Unter dem Boden war einiges verfault und musste umfassend ersetzt werden. Die Holzbretter mussten unten abgehobelt und ein neuer Eichenrand samt Blindboden eingesetzt werden, um die Stabilität zu gewährleisten. Die Bänke sind ebenfalls bereits angepasst und werden dann nach Abschluss der Malerarbeiten montiert. Die Elektroinstallation für eine diskrete Beleuchtung der Wandmalereien und weitere notwendige Anschlüsse wurden unsichtbar in Holz- und Tonboden versteckt montiert. Auch die Altäre mit den diversen Heiligenfiguren warten, einige bereits fertig restauriert, im Atelier des Restaurators auf ihre Rückkehr nach Galgenen.


Architekt Toni Schnellmann erläuterte nochmals anschaulich die Geschichte unseres wertvollen Kleinodes; so die Pilger-Epoche aus der Bauzeit um 1360, die Hegner-Epoche um 1620, wo die nachgotischen Fenster angebracht wurden sowie die Zeit um 1760, wo die gewölbte Decke mit Bildern geschaffen wurde. Ziel wird also sein, die wechselvolle Geschichte der Kapelle für den Betrachter in einem harmonischen Ganzen lesbar zu machen. Sylvia Fontana, die verantwortliche Restauratorin der Bilderzyklen und weiteren freigelegten Malereien, überzeugte einmal mehr mit ihren präzisen Ausführungen. Eindrücklich wusste sie die aufwändige Arbeit des Reinigens, Befestigen und Leimens der kleinsten Bildteile zu erklären, welche höchste Konzentration und Sorgfalt erfordern. Unterschiedliche Anforderungen stellen sich beim Bruder Klaus-Zyklus, der von einem Tafelmaler geschaffen wurde, während am Josten-Zyklus ein traditioneller Kirchenmaler arbeitete.


Auch die Freilegungsarbeiten bei den Fenstern und in der Umgebung der Bilderzyklen müssen immer wieder schrittweise mit dem Architekten, der Denkmalpflege und der Baukommission abgesprochen und verhandelt werden. Umso erstaunlicher, dass sich die Kosten offensichtlich immer noch im Rahmen des Budgets bewegen. Dies ist jedoch nur möglich, weil sich alle Beteiligten mit viel Herzblut für ihre jeweilige Aufgabe engagieren. Das erwähnte auch der Baukommissions-präsident in seinen Dankesworten und hofft dass sich noch einige Sponsoren-Göttis bis zur Einweihungsfeier am 23. September 2012 finden werden. Freuen wir uns aber bereits heute auf den Moment, wenn die Jostenkapelle in alter Frische erstrahlen wird. (rü)